Historisches

Ein Blick in die Geschichte der Stadt Calbe(Saale)

Die Stadt Calbe(Saale) kann auf eine über 1073 jährige Geschichte zurückblicken. Erstmals erwähnt wurde "calvo" in einer Urkunde Kaiser Otto I. im Jahre 936.
Schon 1160 übte die Stadt das Marktrecht aus. Wegen des guten Ackerbodens und ihrer günstigen Lage an einer wichtigen Fernhandelsstraße von Norden nach Süden und über die Saale entwickelte sich Calbe stetig weiter.
Viele Jahrhunderte lang lebten die einstigen Einwohner als "Ackerbürger", die aber zumeist nicht viel Land besaßen, von der Landwirtschaft. Historische Stadtansicht, Blick über die Saale Berühmt geworden ist der seit 1591 betriebene Zwiebelanbau. In der Zeit der bürgerlichen Revolution war Calbe eine "Demokratenstadt", der Arzt Dr. Wilhelm Loewe wurde Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung. Die Einwohnerzahl der Stadt stieg infolge guter ökonomischer Bedingungen von 3200 im Jahre 1780 auf 9600 im Jahre 1895.
Bis zum I. Weltkrieg gründeten oder entwickelten sich z. B.: Braunkohlegruben, Ziegeleien, Zuckerfabriken, Tuchfabriken und Gurkeneinlegereien.
In der Zeit nach 1918 erfolgte jedoch aufgrund der Reparationslasten, der Inflation und der Weltwirtschaftskrise ein deutlicher wirtschaftlicher Rückgang. 1951 erlebte die Industrialisierung mit dem Bau des Niederschachtofenwerks zur Roheisengewinnung einen Aufschwung. Unter ausschließlicher Verwendung von einheimischen Rohstoffen, eisenarmen Erzen und Braunkohle wurde Roheisen erzeugt.
Neben zahlreichen Unternehmen mit langer Tradition wurde das Stadtbild in den folgenden Jahrzehnten zunehmend durch die Industrieentwicklung geprägt. Eine neue Wohnsiedlung mit viel Grün - die "Neue Wohnstadt" - entstand, die heute auf Grund der beispielhaften Architektur der 50er Jahre unter Denkmalschutz steht. In der neuen Wohnstadt wurde 2004 zur Erinnerung an die Roheisengewinnung ein Stahlschnitt "Eisenwerker" aufgestellt.

Heute lädt eine Stadt im Grünen mit rund 10.000 Einwohnern zum Verweilen ein. Auch Calbes Umgebung ist liebens- und lebenswert. Durchreisende sollten  nicht versäumen, sich das Zentrum der Stadt anzusehen mit dem 1993/94 sanierten Marktplatz mit Rathaus, Roland und Hexenturm, dem ältesten Gasthaus, dem Braunen Hirsch mit der Heimatstube und in unmittelbarer Nachbarschaft die St. Stephani-Kirche.